Oktober 2000
von Dr.
Cornelia Limpricht, Hamburg
Windhoek - TUCSIN-House
TUCSIN TOWARDS 2003 hieß eine Studie, die 1998 über TUCSIN erstellt wurde. Die damit verbundene Reorganisation von TUCSIN mündete Ende 1999/2000 in die Gründung eines Forschungszentrums, welches TUCSIN 2000 genannt wird.
Das Programm von TUCSIN 2000 dient den folgenden Anliegen:
1999 assoziierte sich die Universität von Barcelona mit TUCSIN 2000, indem sie 1999 und 2000 je zwei graduierte StudentInnen bei ihrem mehrmonatigem Aufenthalt bei TUCSIN förderte. Ziel der Junglehrer der Fächer Biologie, Chemie und Physik war das Sammeln von fremdsprachlicher Unterrichtserfahrung in den Aufbaukursen. Ein zweiwöchiger Aufenthalt am neuen Kursort Ongwediwa brachte den Teilnehmern und ihnen sehr positive Eindrücke.
Dienstleistungen von TUCSIN 2000
TUCSIN 2000 bietet zwei Forschungszentren mit Bibliothek: TUCSIN-Haus Windhoek und Rehoboth Museum. Eine weitere Einrichtung im Norden ist in Planung. In allen Einrichtungen besteht Zugang zu PC, Internet, Email, Telefon, Fax und Fotokopiermöglichkeiten. Kleinere Konferenzen mit bis zu 1 5 Personen können ebenso ausgerichtet werden wie für Unterkunft gesorgt ist. Die Zimmer bestehen aus Einzel- oder Doppelzimmern mit eigenem Bad sowie einer gemeinsamen Küche. Ein VW-Golf kann gemietet werden.
TUCSIN-Homepage
In Kürze entsteht eine TUCSIN-Homepage, die von Sebastian Hofmann, Dresden, erstellt wird. Hier sind dann neben allgemeinen Informationen auch die Tarife und Gebühren jederzeit abrufbar.
Personal
In diesem Jahr hat TUCSIN 20 Mitarbeiter, die halb- und ganztags angestellt sind. Die meisten davon sind LehrerInnen.
TUCSIN Ehemaligen Vereinigung
Bereits seit geraumer
Zeit war es der Wunsch von graduierten Studenten und ehemals geförderten
Absolventen, eine "TUCSIN Ehemaligen Vereinigung" zu gründen. Dies
geschah im Laufe des Jahres 2000 mit der Formulierung einer Satzung und
der Wahl eines Vorstandes.
Kurse und Stipendien
TUCSIN Enrichment Programme
Das TUCSIN Enrichment Programme, Nachhilfeunterricht für Schüler der weiterführenden Schulen in den Ferien, konnte 1999 noch einmal in Nordnamibia, Ondangwa, für fast 300 Schüler veranstaltet werden. Leider endete damit die Förderung von norwegischer Seite. Versuchsweise wurde der Ferienunterricht dieses Jahr in Windhoek gegen Bezahlung angeboten. 80 Schüler nahmen daran teil.
Aufbaukurse
Die Autbaukurse für Schulabgänger, die eine Hochschulzulassung erreichen oder ihre Gesamtnote verbessern wollen, hatten 106 Teilnehmer im Jahre 1999, die von über 400 Bewerbungen zugelassen wurden. Die Erfolgsquote lag bei 75%. In diesem Jahr sind es 104 StudentInnen. Diese einjährigen Vollzeitkurse haben ihren inhaltlichen Schwerpunkt in Fächern wie Physik, Chemie, Biologie, Mathematik, Englisch und Wirtschaftskunde. Vor dem Hintergrund, daß viele der Bewerbungen für diese Kurse aus dem Norden Namibias kommen, bot TUCSIN dieses Jahr die Aufbaukurse nicht nur in Windhoek, sondern auch in Ongwediwa an. 40 TeilnehmerInnen, meist Studentinnen, nehmen in Ongwediwa teil, 30 von ihnen erhielten ein Stipendium einer amerikanischen Organisation. Die angebotenen Fächer entsprechen den Kursen in Windhoek, allerdings um das Fach Landwirtschaft ergänzt.
Aufbaukurse im Fernstudium
Die Aufbaukurse im Fernstudium (Tutorial Course) schlossen 170 TeilnehmerInnen im Jahr 1999 ab. Diese Kurse sind als Teilzeitkurse zu sehen mit weniger direktem Unterricht und mehr Selbststudium. Ansonsten werden die gleichen Fächer wie in den Vollzeit-Kursen gegeben. Dieses Jahr nehmen 70 Studenten teil.
Kurse zur Beruflichen Weiterbildung, Entwicklung von Unterrichtsmaterial
Bereits 1998 beauftragte das namibische Verteidigungsministerium TUCSIN, einen speziellen Aufbaukurs für angehende Offiziere zu entwickeln und durchzuführen. Dieses Jahr nehmen 12 Offiziersanwärter an diesem speziellen Aufbaukurs teil, dessen Anforderungen höher als in den sonstigen Aufbaukursen sind. Nach bestandenem Kurs erhalten die Teilnehmer ihre weitere Ausbildung in Brasilien.
Informal Education Programme
Das Informal Education Programme dient auch dem informellen Austausch zwischen aus- und inländischen Wissenschaftlern (USA, England, Deutschland) und den Studenten von TUCSIN. Sechs Blockveranstaltungen zum Thema "Archäologie Namibias" wurden 1999/2000 von der Archäologin Dr. Beatrice Sandelowsky an der Universität von Namibia gehalten. Desweiteren wurden Exkursionen im Nahbereich von Windhoek durchgeführt und die Bibliotheken und Museen von Windhoek und Rehoboth besucht. Weiter gelegene Ziele konnten nicht aufgesucht werden, da TUCSIN praktisch keine Transportmittel zur Verfügung stehen. TUCSIN ist bestrebt diesen Bereich informeller Weiterbildung noch weiter auszubauen, deshalb sind ein Computerraum, die Anschaffung von Sprach- und Trainingssoftware wie auch der Ausbau der Bibliothek in Planung. Mittels "Patenschaften" für Computer, Bücher oder Zeitschriften könnte dieses Ziel erreicht werden.
Stipendienprogramm
Der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) förderte 1999 über TUCSIN 40 StudentInnen, von denen neun mit einem qualifizierten Abschluß ihr Studium beendeten. 26 Studenten wurden zu einem Weiterstudium zugelassen, fünf bestanden ihre Prüfungen nicht. Im Jahr 2000 werden vom DAAD 43 Studentlnnen gefördert, von denen 16 voraussichtlich ihr Studium beenden und 27 einen Antrag auf Verlängerung stellen werden. Die Studieninhalte haben ihren Schwerpunkt in den naturwissenschaftlichen Fächern Wirtschaft, Jura und Gesundheitswesen. Die Mehrheit der Studenten studiert an südafrikanischen Universitäten und technischen Hochschulen, nur acht Studenten an namibischen Einrichtungen. Wie alle Studenten von TUCSIN nahmen sie an berufsberatenden Gesprächen teil.
In Zusammenarbeit
von TUCSIN und dem Ministerium für Höhere Erziehung erhielten
98 Studenten Zuschüsse für ihr Studium an südafrikanischen
und namibischen Hochschulen, denn die Gebühren zur Einschreibung beispielsweise
in Südafrika sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen.
"Ex-DDR-Kinder"-Projekt
TUCSIN übernahm
1993 die Aufgabe, 430 Kindern und Jugendlichen die Rückkehr aus dem
Exil und die Integration in die namibische Gesellschaft zu erleichtern.
Ihre Förderung durch das deutsche BMZ (Bundesministerium für
Wirtschaftliche Zusammenarbeit) und durch die Organisation Terre des Hommes
lief Ende 1999 aus. Zwar gehen jedes Jahr weniger Jugendliche noch zur
Schule, dennoch sind es 2001 noch 87 Schüler. TUCSIN kümmert
sich trotzdem um sie und bemüht sich, wo immer möglich, um Mittel,
damit sie wenigstens ihren Schulabschluß erreichen können. Ausbildung
oder Studium sind bei fast allen ungesichert. Individuelle und privat finanzierte
Patenschaften für diese Jugendlichen sind hierbei ein Weg, der von
acht Unterstützern in Deutschland und Namibia in dankenswerter Weise
gewählt wurde, aber dies reicht bei weitem nicht aus. Wenn Sie an
einer Patenschaft interessiert sind, wenden Sie sich bitte an TUCSIN-Windhoek
oder TUCSIN-Hamburg.
Rehoboth Museum
Mitglieder von TUCSIN
und Einwohner von Rehoboth gründeten 1986 das Museum. Leiterin des
Museums ist Dr. Beatrice Sandelowsky. Unterstützt wird sie von einem
Vorstand, der ehrenamtlich fungiert. Das Rehoboth Museum betreut ca. 30
Schulen in und um Rehoboth. Mit seinem Archiv, seiner Bibliothek und als
Forschungszentrum dient es der Region und der Stadt wie auch den Besuchern,
Touristen und Forschern. Neben einem Archäologie-Workshop für
Schüler und dem Vorstellen des neuen Buches, der "Kurzen Geschichte
der Rehobother Baster bis 1990" (Britz-Lang-Limpricht) 1999, ist die Durchführung
eines Mitarbeiter-Austausches zwischen dem Museum Rehoboth und dem Städtischen
Museum in Einbeck (Niedersachsen), Leitung Dr. Elke Heege, in diesem Jahr
erwähnenswert. Der sechswöchige Besuch von Vera Tune, Rehoboth
Museum, in Einbeck fand Ende September bis Anfang November 2000 statt.
Der Gegenbesuch der deutschen Seite kommt im Januar 2001. Dieser Austausch
geschieht unter Förderung des deutschen Auswärtigen Amtes und
der Deutschen Botschaft in Windhoek. Im nächsten TUCSIN-Brief 2001
wird ausführlich darüber berichtet werden.
Für alle Projekte, insbesondere das "Ex-DDR-Kinder-Programm" und das Stipendienprogramm, die Bibliothek von TUCSIN, aber auch das Rehoboth Museum besteht die Möglichkeit, Patenschaften zu übernehmen und auch Spendenbescheinigungen zu erhalten. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
TUCSIN-Hamburg:
Dr. Cornelia Limpricht,
Willistr. 39
22299 Hamburg, Tel.
040-41467093
Email: Formular
TUCSIN-Konto:
c/o Deutsch-Namibische-Gesellschaft,
Stichwort "TUCSIN"
und Projekt und
Name des Spenders,
Dresdner Bank Düsseldorf,
Kto. 211350803, BLZ 30080000
Oder Sie wenden sich
direkt an:
TUCSIN, P.O.Box
1 1 174, Windhoek
Tel. 00264-61-224840,
Fax 222544
Email: Formular